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„Made in Bangladesh“
An was denken Sie, wenn Sie Bangladesch hören? An die Kleiderindustrie, an Armut, an viele Millionen Menschen? Bangladesch ist, mit über 1000 Einwohnern/qkm², einer der am dichtesten besiedelten Flächenstaaten der Welt. Von den mehr als 160 Mio. Einwohnern sind die Mehrheit der Bevölkerung Muslime (ca. 90%). Bei den Minderheiten reihen sich nach den Hindus (ca.9%) noch Christen und Buddhisten ein. Neben der Überbevölkerung sind Naturkatastrophen ein großes Problem. Das Land ist durchzogen von großen Flüssen wie z.B. dem Ganges, der in Bangladesch in den Golf von Bengalen mündet. Die großen Flüsse sind nicht nur Verkehrsadern und Verkehrshindernisse gleichzeitig. Sie sind auch Lebensgrundlage, weil durch die Flut fruchtbares Land angeschwemmt wird, aber auch Gefahr für Eigentum und Leben durch Fluten und Stürme. Doch dass jährlich Menschen aufgrund von sehr starken Stürmen und Überschwemmungen in Bangladesch sterben, wird in den weltweiten Medien kaum berichtet.

Die Angehörigen der Jungen, die im Baptist Children´s Village in Khulna (Träger: Sozial Health and Education Board (www.shedboardbd.org) unterstützt von der Liebenzeller Mission) leben, sind die Ärmsten der Armen. Unter den momentan 65 Jungen sind einige Waisen, andere Halbwaisen oder andere kommen aus zerrütteten Familien. Meist besitzen die Erziehungsberechtigten kein Land und arbeiten als Tagelöhner. Das bedeutet, dass die Kinder oft unbeaufsichtigt sind und nicht regelmäßig in die Schule gehen. Unser Wunsch ist, dass die Jungen im Kinderdorf Gottes Liebe erfahren dürfen und zu Männern nach seinem Herzen werden, die ihn lieben und seinen Wegen folgen. Dass schließt für uns auch eine gute Schulbildung und Kenntnisse in Gartenbau, Fisch-, und Viehzucht sowie andere praktische Tätigkeiten mit ein. Außerdem wollen wir, dass sie zu verantwortlichen und leitenden Persönlichkeiten in ihrem Umfeld werden können. Und genau darum lernen wir mühsam die Sprache, um die Herzen unserer Mitmenschen hier in Bangladesch mit Gottes unendlicher Liebe zu erreichen. Wir wollen Gottes Botschafter sein und die Liebesbotschaft von Jesus an uns verkündigen.

„Sprache ist der Schlüssel zu den Herzen der Menschen!“ Diese Aussage prägt gerade unseren Alltag. Denn seit Jänner 2018 leben wir als Familie in Bangladesch, in einem Land deren Sprache nicht unsere Muttersprache ist. Mit viel Mühe lernen wir viele neue Wörter und viel Grammatikregeln. Wer hätte das gedacht, dass wir wieder wie ein Schulanfänger das Schreiben und Lesen üben müssen und unser Sohn William Bengalisch einfach so lernen wird. Unser Sprachelernen profitiert sehr viel davon, dass wir direkt auf dem Gelände des Baptist Children´s Village Khulna wohnen. Somit verbringen wir sehr viel gemeinsame Zeit mit den Jungen. Leider sind in den Gesprächen unsere Sprachkenntnisse oft am Ende und wir würden so gerne mehr sagen, aber uns fehlen die Wörter. Auch in andere Arbeitsbereiche der Liebenzeller Mission hatten wir schon die Möglichkeit hinein zu schnuppern: Gemeindebezirksarbeit im Kirchenbezirk in Khulna mit derem monatlichen Pastorentreffen, jährliche Konferenzen der Bangladesch Baptist Church Sangha (www.bbcs.org.bd), Theologische Ausbildung für Ehrenamtliche mit anschließender Möglichkeit eines Theologiestudiums. Unsere Aufgaben bestehen im ersten Jahr darin, die Sprache und Kultur noch besser kennen zu lernen und die verschiedensten Aufgabenbereiche der Liebenzeller Mission und deren Partner zu entdecken. Danach werden die einzelnen Aufgabenbereiche noch genauer festgelegt.