Erlebnisse mit Flüchtlingen in Meran, Südtirol


Veröffentlicht am: 18. 2. 2017


Seit Herbst 2016 darf ich im schönen Südtirol sein um hier in der Christlichen Gemeinschaft, der FCG Meran, mitzuarbeiten. In Südtirol gibt es noch recht wenig evangelikale Christen und vieles spielt sich in eher kleineren Verhältnissen ab. Vieles kann noch nicht von Einheimischen getragen werden; sowohl für die finanzielle Selbstständigkeit, als auch für die Leiterschaft muss erst noch manches wachsen und gelernt werden. So bin auch ich über die Liebenzeller Mission Österreich angestellt (zu 50%) und nach Südtirol entsendet. Es braucht einfach noch Leute hier, die Gottes Sache vorantreiben.

Einer meiner Schwerpunkte ist die Jugendarbeit, welche ich seit Jänner alleine leite. Etwa 15 Jugendliche im Alter von 14-30 darf ich begleiten und prägen. Das macht mir große Freude! Es ist wertvoll eine fundierte Bibelschule gemacht zu haben und doch musste ich erst mal hineinfinden und manches zum aller ersten Mal machen (vorausplanen, Jugendkreis leiten, Jugendgottesdienst initiieren, methodisch Bibelarbeiten halten und Themen dazu festlegen, mich selbst organisieren…). Da ist es hilfreich (auch für meine anderen Bereiche) immer wieder Dienstbesprechungen mit meinem Chef und Anleiter Daniel Schulte, dem Gemeindeleiter zu haben. Vieles bewegen wir dort gedanklich, als auch im Gebet. In der Jugend gibt es unterschiedliche Grüppchen (z.B. fromm Aufgewachsene und Neubekehrte), aber ich habe das Gefühl, dass man immer mehr zueinander wächst und auch das Vertrauen zwischen mir und den Jugendlichen am wachsen ist und viel Begeisterung da ist, gemeinsam viel zu bewegen!

Ebenfalls als Teil meiner Jugendverantwortlichkeit mache ich gemeinsam mit 5 Kids im Alter von 10-12 Biblischen Unterricht (freikirchlicher Konfirmationsunterricht). Manche der Kids sind sehr anspruchsvolle Charaktere, aber es macht Freude ihnen biblische Grundlagen zu vermitteln und gemeinsam lernen zu dürfen!

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Flüchtlingsarbeit. Mit hauptsächlich afrikanischen Flüchtlingen treffen wir uns einmal die Woche zu einem englischsprachigen Bibelkreis, wo wir Integrationsthemen und Jüngerschaft als Schwerpunkte haben. Das Wesentliche das wir ihnen vermitteln und mit ihnen erreichen wollen ist „Herzensprägung“. Wir nehmen ihre Probleme wahr (in Südtirol ist man mit der Flüchtlingsarbeit noch weit hinterher), versuchen auch praktisch zu helfen, aber wollen sie prägen, dass sie trotz der Umstände Jesus näherkommen und dennoch „Jesus-ähnlich“ handeln. Ich bin bisher einfach dabei bei unseren Treffen und pflege Beziehung mit ihnen und helfe praktisch für den Rahmen mit. Gelegentlich leite ich aber auch das Thema oder einen Teil davon. Sie in ihren praktischen Problemen zu begleiten (Wohnung, Arbeit…) ist bisher jedoch schwierig, da ich mich selber noch nicht wirklich auskenne und vieles dann auch italienisch ist (Dokumente etc.). Insgesamt ist es glaub ich ein gegenseitiges lernen – welches sehr bereichernd ist.

Ich habe noch manch andere Aufgaben in und um die Gemeinde, aber das würde zu weit führen, bzw. manches ist nur gelegentlich. Mir geht es hier sehr gut. Ich habe sehr viel zu tun, aber es erfüllt mich und ich bin begeistert mich hier für Gott einsetzen zu dürfen und bin bewegt, wie Gott mich gebraucht, aber auch wie er mich darin segnet!

Simon