Endlich Wasser in Chisomo


Veröffentlicht am: 20. 2. 2017

Seit 18. Februar 2017 gibt es wieder frisches Wasser in Chisomo. Über die Brunnenbohrung berichtet Joachim Berger, Missionar am Chisomo-Zentrum in Malawi:

Die Wassernot war groß im Oktober 2016. Die Studenten am Chisomo-Zentrum, einer Schule für angehende Pastoren in Malawi, mussten viele Kilometer marschieren, um an frisches, gutes und nicht krankmachendes Wasser zu gelangen. Ein benachbarter muslimischer Häuptling erteilte uns die Erlaubnis, kostenlos bei ihm im Dorf – an seinem Brunnen – Wasser zu pumpen. Dies war ein großes Geschenk, denn ohne Wasser kein Leben.

Ihr, die LMÖ, habt uns ermöglicht, im November 2016 ein Bohrloch für einen Brunnen in Auftrag zu geben. Bereits ein paar Tage später kam der Lkw beim Chisomo-Zentrum an. Sofort wurde das Gelände nach möglichen Wasservorkommen geprüft. Gleich bei der ersten Messung waren sich die Experten sicher: Hier muss es viel Wasser geben. Bäume wurden gefällt, Bananenstauden ausgegraben, der Bohrer positioniert. Der erste Tag brachte nichts als Staub hervor. Bei 50 Metern angelangt, gab es kein bisschen Wasser. Der Truppführer meinte, dass sie bei 60 Metern definitiv auf Wasser stoßen würden. Der zweite Tag verging, die 60 Meter waren erreicht und es war immer noch staubig. Granit! Granit! Und nochmals Granit! Von Wasser keine Spur! Niedergeschlagen und enttäuscht standen alle neben dem großen Bohrer. Was nun?

Zwei Tage später kam ein neuer „Wasserprüfer“. Einer, der es richtig kann, wurde uns versprochen. Nach Messungen an vier verschiedenen Orten war der neue Platz für den zweiten Versuch gefunden. „Hier hat es ein sehr großes Wasservorkommen. Zwischen 35 bis 40 Metern Tiefe werdet ihr so viel Wasser finden, welches euch sicher reichen wird!“ So die Aussage des „Wasserprüfers“! Mit neuer Hoffnung ging es wieder von vorne los. Der Bohrer kam schnell voran. Fünf, zehn, 15 Meter innerhalb von wenigen Stunden. Da muss es wirklich Wasser geben, so weich wie die Erde ist. Plötzlich Stillstand: der Hydraulikschlauch war zerborsten. Zwei Tage dauerte es, um im 200 km entfernten Blantyre einen neuen Schlauch machen zu lassen. Am dritten Tag ging es weiter, am vierten Tag wurde bei 40 Meter Tiefe Wasser gefunden. Es wurde bis 45 Meter gebohrt, bei der anschließenden Bohrlochreinigung kam Wasser. Wie froh alle waren! Endlich Wasser! Dies war am 15.11.2016.

Anschließend wäre noch eine „Quantitätsprüfung“ über die Menge des Wassers im Bohrloch, optimale Tiefe und Größe der Pumpe erforderlich gewesen. Trotz unzähligem Nachfragen und Versprechen seitens der Firma kam niemand. Mitte Februar, nach fast vier Monaten, willigte der Chef der Firma endlich ein, die Pumpe zu verkaufen, nach 30 Minuten Beratung, obwohl die Prüfung noch immer nicht erfolgt war. Drei Tage später wurde die Pumpe installiert. Kabel und Wasserrohr waren schon lange verlegt. Seit 18. Februar 2017 haben wir nun endlich wieder genügend Wasser auf Chisomo!

Alle am Chisomo-Zentrum ‒ Mitarbeiter, Studenten und Missionare ‒ sind euch, der LMÖ, von Herzen dankbar für eure großzügige Gabe, die einen eigenen Brunnen mit genügend Wasser ermöglicht hat! Die Studenten können sich wieder auf den Unterricht konzentrieren, weil sie nun nicht mehr müde sind vom Wasserschleppen. Sie riechen wieder gut, weil sie genügend Wasser zum Waschen haben. Gelobt sei Gott! Gott segne euch, die ihr gegeben und gebetet habt!
Joachim Berger, Missionar am Chisomo-Zentrum in Malawi